Trainerwechsel in der Bundesliga 2015

Trainerwechsel in der Bundesliga. Es gibt Dinge, die es immer wieder gibt, die keinerlei bis kaum Sinn machen. Es ist statistisch erwiesen, daß ei Trainerwechsel in der Saison kaum eine Auswirkung hat. Jedoch, was sich in der letzten Woche ereignet hat, hat historische Ausmaße.

Bruno Labbadia wird Trainer beim HSV

Nach dem kurzfristigen inthronisieren des Sportdirektors Peter Knäbel, der aus dem Management auf die Trainerbank gewechselt war. Für mich völlig unverständlich, wie man den Trainer-Azubi Zinnbauer entlassen und dann den Sportdirektor als Trainer einstellen kann? Das einzig positive, was das Hamburger Präsidium geleistet hat ist, diesen Fauxpas nach 23 Tagen zu korrigieren und einen neuen Trainer zu präsentieren. Einen neuen Trainer? Nein! Der Trainer heißt jetzt Bruno Labbadia. Ja, genau. Der Trainer, der 2010 mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt wurde. Damals ein Luxusproblem, denn der HSV lag auf einem 7. Tabellenplatz. Ein Traum, nach jahrelanger systematischer Mißwirtschaft. Der nächste Fehler der mir auffällt. Wie kann man fünf Spieltage vor Saisonende, auf einem Abstiegsplatz den Trainer wechseln? Was soll er noch bewirken? Das erscheint mir eine solch sinnvolle Aktion wie die Inthronisierung von Jörg Bergeer 2009 bei Arminia Bielefeld. Vor dem letzten Spieltag wurde Michael Frontzek gefeuert und Jörg Berger für einen Spieltag (5 Tage) auf die Bank gesetzt. Das Ergebnis war ein souveränger Abstieg vom Relegationsplatz auf den 17. Platz.
Also, weiter so HSV, Ihr schafft es, daß die Uhr stehen bleiben wird.

Tayfun Korkut wird bei Hannover 96 entlassen

Nach fast zwei Jahren Konstanz, jedoch 13 sieglosen Spielen wurde Tayfun Korkut bei Hannover 96 an die Luft gesetzt. Für mich war das ein gelungenes Experiment, den unbekannten Korkut zum Trainer zu machen. Aus meiner Sicht hat das gut funktioniert und ich hätte es ihm nicht zugetraut. Auch hat mich überrascht, daß der Vereinspräsident Kind erst nach 13 sieglosen Spielen die Reißleine gezogen hat. Bei den Traineropfern vor Korkut war seine Geduld nicht in dermaßten großer Menge vorhanden. Ich erinnere nur an das Drama um Mirko Slomka, bis er dann endlich gefeuert wurde und diese Katastrophe aufhörte. Ja, Trainer haben es in Hannover nicht leicht und werden geheuert und gefeuert. Der nächste, dessen Abgang garantiert in den nächsten zwei Jahren kommen wird ist jetzt Michael Frontzeck. Doch ob der Trainerwechsel am 29. Spieltag etwas bringen kann, kann ich mir nicht vorstellen.

Jürgen Klopp hört bei Borussia Dortmund auf

Bis dahin war es der Kracher in der letzten Woche. Jürgen Klopp verläßt „freiwillig“ den BVB. Selbstverständlich feueret man einen Trainer, dem man so viel zu verdanken hat nicht. Immerhin ein Zeichen der Größe von Acki Watzke und Susi Zorc. Der Verein hat ihm viel zu verdanken. Als Kloppo kam lag der Verein in Trümmern. Klopp führte Dortmund im ersten Jahr auf den sechsten Platz, dann in die Europa-League und schließlich zu zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und einer Endspielteilnahme in der Champions-League. Für diese Zeit sollte man Jürgen Klopp dankbar sein. Ich bezweifle daß es in der Zukunft wieder solche schönen Zeiten beim BVB geben wird aber wir sind gespannt, was der Nachfolger erreichen wird.

Und der Nachfolger heißt Thomas Tuchel

Rasenballsport Leipzig, oder doch der HSV? Das war die große Frage in den letzten Wochen. Wo wird der Trainer-Krösus Tuchel hingehen? Es wurde sogar vermutet, er könne Pep Guardiola bei Bayern beerben. Jetzt ist es raus. Nachdem Jürgen Klopp bei Dortmund weggeekelt wurde folgt ihm Thomas Tuchel wieder ins gemachte Nest. Wie er es in Mainz schon getan hat. Gerne wird vergessen, daß die Mainzer zwichen diesen beiden Trainern mit Jörn Andersen aufgestiegen sind.
Ich denke er kann Dortmund weiterhelfen. Hat er den FSV Mainz 05 5 Jahre in der Bundesliga gehalten und sogar zwei Mal die Europa-League erreicht. Dies kommt einer Meisterschaft mit einem größeren Verein gleich. Es könnte also funktionieren.
Mein Problem, das ich mit diesem Trainerwechsel habe, ist, daß in Dortmund alles sehr emotional ist. Hier ist es wichtiger das Derby gegen Schalke 04 zu gewinnen, als Deutscher Meister zu werden. Diese Emotion wird man bei Thomas Tuchel nicht sehen. Er ist zwar engagiert am Spielfeldrand, hängt aber an keinem Verein mit seinem eigenen Herzblut. Ihm geht es um die Taktik und um den Sieg. So verließ er Mainz 05 im Moment des großen Triumphes. Anstatt zu feiern, ließ er die Bombe bei den Feierlichkeiten platzen. Sehr unglücklich. Dieses Defizit werfe ich ihm vor und glaube deshalb, daß die Dortmunder Fans mit ihm nicht zurechtkommen werden, denn der Verein oder der gemeine Fan interessiert ihn nicht.

Der größte Wechsel in der Bundesligageschichte

Dr. Müller Wohlfahrt wird zukünftig nicht mehr auf der Trainerbank des glorreichen FC Bayern München sitzen. Nach 36 Jahren und ettlichen unkonventionellen Heilungen von Profikickern aus aller Welt, hat er die Brocken hingeworfen. Trotz seines Ausstandes gehen die Bayern Spieler weiterhin zu ihm in die Praxis. Alle? Nein. Die spanischen Spieler haben natürlich ihre eigenen Ärzte, denen der Trainer vertraut. Das war dann wohl auch das Problem. Guardiola störte so einiges. Müller-Wohlfahrt war eben nicht sein Arzt. Er war nicht in jedem Training vor Ort und hat eigenwillige Behandlungsmethoden. Daß die Bayern damit 36 Jahre hervorragend gefahren sind, interessiert nicht. Sie hatten immer die wenigsten Verletzte bei größter Belastung. Aber das zählt nicht. Jetzt muß Guardiola liefern. Er ist jetzt noch mehr zum Erfolg verdammt als er es je war…
Der neue Vereinsarzt bei Bayern München ist übriens, tja, kein Mensch wird sich den Namen merken können.
Ach ja, die Bayern haben 6:1 gegen den FC Porto gewonnen und stehen jetzt im Halbfinale der Champions-League

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