Archiv für den Autor: Eric Hewel

Die Relegation 2016 Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Nürnberg

Die Relegation 2016

Die Relegation ist gespielt. Eine Mannschaft jubelt eine ist am Boden zerstört. Wie jedes Mal. Dieses Mal etwas ungewöhnlich, daß der HSV nicht mitspielen durfte (mußte).  Was gibt es dieses Jahr über die Relegation zu erzählen? Eine Kette von Unzulänglichkeiten. Meiner Meinung nach, hat es weder die Eintracht aus Frankfurt noch der Club verdient nächste Saison Bundesliga zu spielen. Warum?

Zeitspiel

Das ekelhafte Zeitspiel der Frankfurter hat sie erst in die Situation gebracht die Relegation spielen zu müssen. Am 34. Spieltag
braucht Frankfurt nur einen Punkt gegen Werder Bremen. Das komplette Spiel war ein einziges Zeitspiel. Der Tormann brauchte zu lange, gefoulte Spieler schienen auf dem Platz elendig zu verenden. Doch es gibt einen Fußballgott. Kurz vor Schluß gelang Bremen ein Tor und schwups fehlte den Frankfurtern die Zeit, die sie vorher liegen gelassen haben. Freiwillig.

Man sollte meinen, daß eine intelligente (Noch-) Bundlesligamannschaft etwas dazu lernt. Nein, sobald das Tor gefallen ist, das vermeintlich reichen könnte die Relegation zu gewinnen, blieb nach jedem (JEDEM) Ball ein Frankfurter auf dem Boden liegen, um nach nicht erfolgtem Pfiff wie ein junges Reh aufzuspringen und seine Verletzung zu vergessen. Mehrere gelbe Karten wegen Zeitspiels. Wirklich eine erbärmliche Vorstellung.

A propos erbärmlich. Der 1. FC Nürnberg, der es tatsächlich geschafft hat in der 2. Bundesliga den dritten Platz zu belegen. Wie kann man in KO Spiele gehen ohne eine Idee ein Fußballspiel gestalten zu können. Es macht doch keinen Sinn sich zwei Spiele lang hinten rein zu stellen und zu hoffen, daß der Gegner den Ball ins eigene Tor schießt. Doch so kam es. Es dauerte bis zur 80. Minute im zweiten Spiel, bis die Nürnberger erstmals ernsthaft versucht haben Fußball zu spielen. Leider zu spät. Diese Mannschaft hat in der Bundesliga wirklich nichts verloren.

Heribert Bruchhagen

Der glücklichste Mensch auf dem Platz dürfte wirklich Heribert Bruchhagen sein. Nach 13 Jahren an der Spitze der Eintracht hat er sich entschieden zurückzutreten und in den Ruhestand zu gehen. Sein Lebenswerk in Frankfurt wäre mit dem Abstieg zerstört gewesen.

Danke für alles und viel Spaß in der Rente.

Marco Russ

spielte schwer krank das erste Relegationsspiel, bei dem ihm sogar ein Eigentor unterlief. Ihm alleine gönne ich, daß die Eintracht drin bleibt und wünsche ihm alles gute wieder gesund zu werden. Nur das zählt und das ist die wichtigste Lehre, die man aus diesen Relegationsspielen ziehen kann.

 

Bayern München gegen Werder Bremen

Nun ist es vorbei das DFB-Pokal Halbfinale Bayern München gegen Werder Bremen. Was waren das früher Klassiker. In der Zeit als Werder Bremen noch mit Otto Rehagel unterwegs war und dieses Spiel quasi der Classico in der Fußball-Bundesliga war. Nur ging es damals immer um die Wurst. Sprich um Titel.

Weiterlesen

Trainerwechsel in der Bundesliga 2015

Trainerwechsel in der Bundesliga. Es gibt Dinge, die es immer wieder gibt, die keinerlei bis kaum Sinn machen. Es ist statistisch erwiesen, daß ei Trainerwechsel in der Saison kaum eine Auswirkung hat. Jedoch, was sich in der letzten Woche ereignet hat, hat historische Ausmaße.

Bruno Labbadia wird Trainer beim HSV

Nach dem kurzfristigen inthronisieren des Sportdirektors Peter Knäbel, der aus dem Management auf die Trainerbank gewechselt war. Für mich völlig unverständlich, wie man den Trainer-Azubi Zinnbauer entlassen und dann den Sportdirektor als Trainer einstellen kann? Das einzig positive, was das Hamburger Präsidium geleistet hat ist, diesen Fauxpas nach 23 Tagen zu korrigieren und einen neuen Trainer zu präsentieren. Einen neuen Trainer? Nein! Der Trainer heißt jetzt Bruno Labbadia. Ja, genau. Der Trainer, der 2010 mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt wurde. Damals ein Luxusproblem, denn der HSV lag auf einem 7. Tabellenplatz. Ein Traum, nach jahrelanger systematischer Mißwirtschaft. Der nächste Fehler der mir auffällt. Wie kann man fünf Spieltage vor Saisonende, auf einem Abstiegsplatz den Trainer wechseln? Was soll er noch bewirken? Das erscheint mir eine solch sinnvolle Aktion wie die Inthronisierung von Jörg Bergeer 2009 bei Arminia Bielefeld. Vor dem letzten Spieltag wurde Michael Frontzek gefeuert und Jörg Berger für einen Spieltag (5 Tage) auf die Bank gesetzt. Das Ergebnis war ein souveränger Abstieg vom Relegationsplatz auf den 17. Platz.
Also, weiter so HSV, Ihr schafft es, daß die Uhr stehen bleiben wird.

Weiterlesen

Srdjan Lakic oder ein verlorener Sohn kehrt heim und geht wieder

Wenige Spieler haben beim 1. FC Kaiserslautern eine besser Bilanz als Srdjan Lakic. 80 Spiele, 35 Tore. Also fast in jedem zweiten Spiel ein Tor.

Man kann sagen, daß eine ganze Region schwarz trug, als er 2011 ablösefrei den FCK verließ um in der großen weiten Welt für Furore zu Sorgen und seine Karriere zu krönen. In Wolfsburg sollte sein Höhenflug beginnen.

Wie wir alle wissen, kam es anders. In der Zwischenzeit landete er also in Wolfsburg, in Hoffenheim und Frankfurt auf Leihbasis um dann genau vor einem Jahr, triumphal zum 1. FCK in die zweite Liga zurückzukehren. Der verlorene Sohn kehrt zurück und alle waren glücklich. Er kämpfte und rackerte für seine Mannschaft, wurde 2014 sogar Kapitän.

Es hat jedoch nie mehr so gut funktioniert wie 2010, damals jedoch in der Bundesliga. Es hat nicht gereicht um den FCK wieder in die 1. Liga zu führen. Seine Trefferquote konnte nicht mehr annähernd gehalten werden. Obwohl er sich bemühte, es sollte nicht sein. Anfang Januar sagte er noch im Kicker, er gehöre hier her (nach Kaiserslautern). Das nehme ich ihm ab. Was man ihm nie anlasten konnte war, er hätte sich nicht voll eingesetzt und alles versucht.

Warum ist er nun weg? Weil er, wie es bei Bundesligalegionären populär, sich einer neuen Aufgabe zuwenden will? Es noch mal wissen will? Eine neue Sprache lernen? Den Horizont erweitern?

Sicher nicht. All dies kann man überall. Aber nicht in Paderborn. Die mit Abstand am meisten unterschätzte Mannschaft der Bundesliga. Die sich wacker durch die Saison kämpft, wie das kleine gallische Dorf in den Asterix Heften.

Warum geht man also dort hin? Zu einer Mannschaft, die einen Flair ausstrahlt wie Castrop-Rauxel oder Wanne-Eikel?

Hier gibt es, meiner Meinung nach mehrere Gründe.

Der FCK setzt auf eine Verjüngung des Kaders. Auch Tobias Sippel, der schon ganze 26 Lenze auf dem Rücken hat muß gehen. Der Verein setzt auf eine total-Verjüngung. Mit anderen Worten, das Mainzer Modell. Junge Spieler heranführen und dann für eine anständige Ablösesumme verkaufen. So bleibt man jung!

Ein altes Koboldsgesetz lautet, daß man niemals zu seinem alten Arbeitgeber zurückgehen sollte, denn so schön wie früher wird es nie wieder. Oft erlebt, auch im echten Leben. Nicht nur in der Bundesliga.

Die Wahrheit ist wohl irgendwie in der Mitte. Mit den Ergebnissen kann auch Lakic nicht zufrieden sein. Am Ende der Saison konnte er ablösefrei gehen und der FCK konnte nur noch in dieser Woche eine Ablöse für seinen Vorzeigespieler kassieren. Hiermit wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ein sicher teurer Spieler wurde abgegeben und Geld für ihn kassiert.

Für die Verjüngung spricht, daß Simon Zoller als Ersatz bis zum Ende der Rückrunde verpflichtet wurde. Hier sehen wir wieder. Junger Spieler, für kleines Geld gekommen, für drei Millionen verkauft obwohl er noch nicht so weit war.

Jetzt kommt er zurück, die drei Millionen dürfen behalten werden und der junge Spieler ist trotzdem im Kader. Das paßt also.

Aber spannen wir noch mal den Bogen zurück zu Lakic.

Wird hier auf dem Rücken eines Spielers Geld verdient? Ich bin ja immer noch der Hoffnung, daß es irgendwo den einen Bundesliga Profi gibt, der mit Herzblut für seine Verein spielt, wie früher ein Fritz Walter oder Uwe Seeler. Zwei Fußball-Götter die immer nur für einen einzigen Verein gespielt haben. Gibt es diesen Spieler noch? Ich weiß es nicht. Bisher wurde ich, als Fan, immer enttäuscht, weil die bewunderten Spieler, für eine geringe Anzahl von Millionen, lieber für einen anderen Verein spielen wollten. Einen Verein der eben mehr zahlen wollte und konnte.

Dieses Mal ist es umgekehrt gelaufen. Der Verein wollte schnell etwas mehr Geld verdienen und das auf dem Rücken des Spielers.

Srdjan Lakic wird für Paderborn niemals so spielen und kämpfen wie für seinen FCK. Er wurde weggeschickt ohne gefragt zu werden. Von einem Verein, der sich sonst so bodenständig und traditionsreich gibt. Der eine Herzblut Kampagne ins Leben gerufen hatte.

Die Gesetzte des Geschäftes gelten also für beide Seiten. Für den Spieler, genauso wie für die Vereine, die zukünftig sicher leiser agieren sollten, wenn ein Spieler wegen des Geldes wechseln will, denn in der gleichen Situation, nehmen die Vereine auch lieber das schnelle Geld. Daher kein Mitleid mehr mit den Underdog-Vereinen, die jammern, weil ihnen die Spieler weglaufen um mehr zu verdienen. Sie sind selbst nicht besser.

Srdjan Lakic wünsche ich viel Glück bei seiner neuen Aufgabe. Ich wünsche ihm, daß er sich voll und ganz mit seinem neuen Team identifizieren kann um sich noch mal langfristig in der Bundesliga zu etablieren.

Bayern München verliert gegen VFL Wolfsburg

Nicole sang früher „flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“. Dieses Wochenende ist Bayern München etwas ähnliches passiert. Aber fangen wir von vorne an.

Der FC Bayern München ist nahezu identisch mit der deutschen Fußball Nationalmannschaft. Unsere Nationalmannschaft hat eine schlechte Angewohnheit. Sie gewinnt nur, wenn sie wirklich muß. Beispiele um diese These gibt es massige. Sobald die Nationalmannschaft für die nächste Runde, in welchem Wettbewerb auch immer, qualifiziert ist, nimmt sie Geschwindigkeit raus und gewinnt adhoc ihre Spiele nicht mehr.

Die Gründe dafür sehe ich in dem Fakt, daß Fußball, tatsächlich ein Sport ist, der im Kopf entschieden wird und daß die entscheidenden 5 % lediglich abgerufen werden, wenn man wirklich muß.

Diese These haben die Bayern in der letzten Saison eindrucksvoll bewiesen. Sobald man, für Fans viel zu früh, als Meister feststand, wurde die Arbeit eingestellt und nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht. Somit verloren. Hier ist also die Parallele mit unserer Nationalmannschaft hergestellt. Davon abgesehen, daß hier gerne auch mal Wettbewerbsverzerrung begangen wird, weil man gegen Mannschaften verliert, gegen die man am Anfang der Saison locker gewonnen hätte.

Kommen wir also zu unserem Freund, der zu hoch fliegt. Es zweifelt niemand daran, wer in dieser Saison, die berühmteste Salatschüssel Deutschlands in die Höhe halten darf.

Die Bayern sind in der Hinrunde ungeschlagen und haben lediglich 4 Tore hinnehmen müssen.

Was ist also am 1. Spieltag der Rückrunde passiert? Glaubte man, daß die restlichen Spiele nur noch Formsache sind? Daß man mit halber Energie durch die Bundesliga marschieren kann? Bereits Meister ist? Klar, der VFL Wolfsburg hat eine starke Mannschaft. Hat sich in dieser Saison aber in keiner Weise als ähnlich stark dargestellt wie die Bayern. Niemand hat ernsthaft geglaubt, daß dieses Spiel spannend werden könnte. Wurde es auch nicht. Wenn die Bayern vier Eier ins Nest gelegt bekommen ist es für mich bemerkenswert.

Kann Guardiola die 5 % Motivation nicht aus den Spielern kitzeln, damit sie so spielen können, wie sie von ihrer Leistungsstärke her in der Lage sind?

Man hört ja, dass Guardiola schon wieder mit Vereinen seiner Heimat verhandelt. Ist seine Zeit schon abgelaufen? Hätte es ein deutscher Trainer geschafft seine Mannschaft gegen Wolfsburg so zu motivieren, daß keine solche Katastrophe passieren konnte?

Oder ist es wirklich das Problem wie bei Papillon? Glauben die Bayern schon Meister zu sein und beenden den Rest der Saison im Schongang?

Manuel Neuer – Weltfußballer des Jahres 2014?

Heute wird es sich entscheiden, ob Manuel Neuer als bester Fußballer des Jahres 2014 gekürt wird. Diesmal hat erstmals ein deutscher Spieler die Möglichkeit Lothar Matthäus, den Sieger von 1991 zu beerben. Seine Gegner sind traditionell Lionell Messi und der unvermeidliche Christiano Ronaldo. Manuel Neuer ist bereits Welttorhüter geworden. Das ist der Grund, warum ich mich nicht auf diesen Wettbewerb freuen kann.

Manuel Neuer hat 2014 eine überragende Weltmeisterschaft gespielt. War mit Abstand der stärkste Torhüter und man glaubte manchmal auch, daß er der dominanteste Feldspieler war.

Zur Belohnung wurde er, bei den Preisverleihungen nach dem Endspiel, mit dem Preis für den besten Torhüter abgespeist. Da Argentinien den WM-Titel nicht gewonnen hat, mußte er natürlich einen Titel bekommen und er wurde, wie selbstverständlich, zum Spieler des Turniers ernannt. Als wäre es unartig jemanden anderen zu wählen. Herzlichen Glückwunsch von mir.

Letztes Jahr, war Frank Ribery in dieser Rolle. Er war an sich, der dominante Spieler in Europa. Gewann die Champions-League, die Vereins-WM und war der überragende Spieler. Gewonnen hat er selbstredend nicht. Die Gründe sind bekannt.

Also freuen wir uns morgen auf die spannende Verleihung und hoffen, daß Manuel Neuer etwas mehr Glück hat. Läuft es besser als erwartet, könnte es für den zweiten Platz reichen. Sicherer  wird Joachim Löw Welttrainer. Ich glaube das kann man nicht verhindern, da es keine Alternativen gibt.

Ich bleibe gespannt.

Marco Reus – Bayern München Borussia Dortmund oder ganz andere Probleme

Das Thema Marco Reus ist eventuell nicht mer ganz „heiß“, aber ich finde es sollte noch etwas dazu gesagt werden.

Wenn man hört, welche enorme Strafe er bekommen hat, für „Fahren ohne Führerschein“ kann es einem schwindelig werden. Man muß das natürlich relativieren. Ein Nationalspieler verdient natürlich auch „etwas“ mehr als ein normaler „Sterblischer“. Da bei solchen Urteilen das Gehalt in Tagessätze aufgeteilt wir und man eine gewisse Anzahl Tagessätze als Strafe bekommt, wird die Summe ungleich größer und hört sich für uns gigantisch an. Somit muß man kein großes Mitleid mit ihm haben. Er wird nicht am Hungertuch leiden. Borussia Dortmund zahlt gut.

Die Fakten, die nach und nach rauskommen finde ich viel erschreckender. Wie in den Nachrichten gemeldet wird, hat er sich einen Führerschein in Holland beschafft und auch benutzt. Das finde ich, ist keine „Jugendsünde“, bei der man einfach wieder zum Tagesgeschäft übergehen kann, nach einer kurzen Entschuldigung.

Marco Reus hat eine Prüfung, von der jeder weiß, daß man sie ablegen muß, einfach nicht abgelegt.

Als Fußballer dreht sich vielleicht alles um die Spiele Bayern München – Borussia Dortmund, aber Marco Reus hat Sich ein paar Fahrstunden gespart und somit auch nicht die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse erworben, ein Auto zu führen. Die Fahrstunden sind wichtig. Jeder weiß, daß man nach Bestehen der Prüfung erst richtig lernt Auto zu fahren. Somit war und ist er dessen nicht fähig und hat bewußt alle Menschen auf Europas Straßen gefährdet. Zu diesen Menschen gehören auch meine Kinder und  – das nehme ich Marco Reus übel.