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Der FC Bayern München ist 2015 ohne Sieg

Viele haben es sich gewünscht, die wenigsten haben damit gerechnet. Der FC Bayern München hatjüberraschend eine Durststrecke. Also nicht im klassischen Sinne. Es ist eher eine Gefühlssache. Für jeden anderen Verein eigentlich kein Problen. Eben ein Luxusproblem. Nachdem die Bayern in der Hinrunde von den Gegnern tatsächlisch nur noch mit dem Fernglas betrachtet werden konnten, haben sie in den letzten Tagen zwei Mal nicht gewonnen. Zählt man das Spiel gegen die Mainzer dazu, das nur mit viel Glück gewonnen wurde, sogar zweieinhalb. Es läuft also nicht rund.

Ich bin gespannt ob jetzt nach diesen 120 „unglaublisch“ langen Minuten ohne Sieg, Ein Luxusproblem. Die Frage die sich stellt ist, wird das Selbstzerfleischen gestartet oder kann man majestätisch darüber hinweggehen. Was die Bayern früher mal beherrscht haben. Man hat nicht umsonst einen Kaiser, der derlei weltlische Probleme gekonnt abschütteln kann. Guardiola hat genug gewonnen um über diesen Dingen wandeln zu können.

Bleiben wir gespannt oder besser geniessen wir dies kurze Phase in der die Bayern das Miar san miar eher kleinlaut für sich behalten. Denn den Rest der Saison, werden die Münchener weiter mit ihren Gegnern Katz und Maus spielen. Sie über den Platz jagen und am Ende hoch gewinnen.  Nach belieben die Höhe der Siege selbst bestimmen und aufgrund ihrer Klasse, selbstverständlich in neuer Rekordzeit abermals den Meistertitel verteidigen.

Es wird sich das gewohnte Gefühl der Hilflosigkeit der Gegner einstellen bis zu dem Tag, an dem der Titel abermals eingefahren ist. Denn dann kommt wieder die Problematik der letzten Saison auf. Aufgrund mangelnder Motivation, sind die Bayern dann wieder Kanonenfutter für die Gegner. In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen. Die Bayern schlägt man aber nur, wenn die nicht ganz 100 Prozent Leistung bringen. Nur dann sind ihre Gegner stark genug gegen diese Elf zu bestehen. Somit können sich die Bayern nur selbst schlagen. Wie am letzten Freitag.

Bayern München verliert gegen VFL Wolfsburg

Nicole sang früher „flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“. Dieses Wochenende ist Bayern München etwas ähnliches passiert. Aber fangen wir von vorne an.

Der FC Bayern München ist nahezu identisch mit der deutschen Fußball Nationalmannschaft. Unsere Nationalmannschaft hat eine schlechte Angewohnheit. Sie gewinnt nur, wenn sie wirklich muß. Beispiele um diese These gibt es massige. Sobald die Nationalmannschaft für die nächste Runde, in welchem Wettbewerb auch immer, qualifiziert ist, nimmt sie Geschwindigkeit raus und gewinnt adhoc ihre Spiele nicht mehr.

Die Gründe dafür sehe ich in dem Fakt, daß Fußball, tatsächlich ein Sport ist, der im Kopf entschieden wird und daß die entscheidenden 5 % lediglich abgerufen werden, wenn man wirklich muß.

Diese These haben die Bayern in der letzten Saison eindrucksvoll bewiesen. Sobald man, für Fans viel zu früh, als Meister feststand, wurde die Arbeit eingestellt und nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht. Somit verloren. Hier ist also die Parallele mit unserer Nationalmannschaft hergestellt. Davon abgesehen, daß hier gerne auch mal Wettbewerbsverzerrung begangen wird, weil man gegen Mannschaften verliert, gegen die man am Anfang der Saison locker gewonnen hätte.

Kommen wir also zu unserem Freund, der zu hoch fliegt. Es zweifelt niemand daran, wer in dieser Saison, die berühmteste Salatschüssel Deutschlands in die Höhe halten darf.

Die Bayern sind in der Hinrunde ungeschlagen und haben lediglich 4 Tore hinnehmen müssen.

Was ist also am 1. Spieltag der Rückrunde passiert? Glaubte man, daß die restlichen Spiele nur noch Formsache sind? Daß man mit halber Energie durch die Bundesliga marschieren kann? Bereits Meister ist? Klar, der VFL Wolfsburg hat eine starke Mannschaft. Hat sich in dieser Saison aber in keiner Weise als ähnlich stark dargestellt wie die Bayern. Niemand hat ernsthaft geglaubt, daß dieses Spiel spannend werden könnte. Wurde es auch nicht. Wenn die Bayern vier Eier ins Nest gelegt bekommen ist es für mich bemerkenswert.

Kann Guardiola die 5 % Motivation nicht aus den Spielern kitzeln, damit sie so spielen können, wie sie von ihrer Leistungsstärke her in der Lage sind?

Man hört ja, dass Guardiola schon wieder mit Vereinen seiner Heimat verhandelt. Ist seine Zeit schon abgelaufen? Hätte es ein deutscher Trainer geschafft seine Mannschaft gegen Wolfsburg so zu motivieren, daß keine solche Katastrophe passieren konnte?

Oder ist es wirklich das Problem wie bei Papillon? Glauben die Bayern schon Meister zu sein und beenden den Rest der Saison im Schongang?