Und immer wieder Freitags – Fußball schauen mit Familie

Und immer wieder freitags die Gleiche Diskussion. Geführt mit einer 5 jährigen!! „Ich möchte jetzt Winx Club schauen.“ „Nein Schatz, 18:30 Fußball fängt jetzt an.“ Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Show. Ich möchte gleich hinzufügen, die Serie welche zu dieser hochsensiblen Zeit angeschaut werden möchte variiert, nicht aber die Liga. 2. Oder 1. Liga, das ist egal, Hauptsache Fußball. Es ist herzzerreißend, wenn man in das zu tiefst traurige Gesicht meines Mannes schaut, wenn er wieder einmal mit dem Tablet vorlieb nehmen muss und unser blonder Engel lächelnd auf dem Sofa sitzt und ihre Lorbeeren erntet… Die Fernsehschlacht wird mit allen heimtückischen, manipulativen Mitteln geführt die ein 5 jähriges Mädchen aufweisen kann. Ich verspreche Ihnen, dass diese kleine Minderheit an der Macht jede Menge davon kennt und gewillt ist, diese auch anzuwenden, gegen einen selbst…

Letzte Woche rappelte mein Mann sich wieder auf und nahm einen neuerlichen Anlauf Fußball zur angestammten Uhrzeit auf dem Sofa anstelle des Bürostuhls zu schauen. Schon morgens zum Frühstück wurde angefangen auf Mata Hari einzuwirken. In diesem Krieg greift man auch als Elternteil zu erpresserischen, perfiden Maßnahmen nur um einmal Herr des Fernsehprogramms zu sein. „Der Papa schaut heute Abend Fußball!“ „Nein!“ „Doch, heute bin ich dran, morgen schauen wir dann zwei Folgen zusammen.“ Sie sehen wo das hinführt, die stundenlangen Nebenkriegsschauplätze werde ich nicht detailliert darstellen… die sorgsam ausgedachte Falle wird zur Schlinge, die sich wie von selbst um den eigenen Hals legt. Denn morgen, morgen ist Samstag, wir alle wissen was Samstagabend läuft. Aber wie heißt es so schön, einen Tod muss man sterben. Der Freitagsfußball war dann nach schweren Verhandlungen und letztendlich drei Folgen aktueller Lieblingsserie, plus Eis am Nachmittag und gemeinsamem Barbie spielen gesichert. Stolz einen kleinen Sieg errungen zu haben, saß mein Mann auf unserem Sofa und schaltete seine „Lieblingsserie“ an.

 

Samstag, Nachmittag, 15:30 beliebiges Bundesligaspiel. Unsere älteste Tochter hat es geschafft aus ihrem Reich der Mitte, früher sagte man eigenes Zimmer, ins Wohnzimmer zu gelangen und sich zu den peinlichen Eltern zu gesellen. „Was macht ihr?“ Sie lebt ja erst seit gestern mit uns zusammen… „Fußball läuft.“ „OK.“ Mir stockte der Atem. Will ich wirklich wissen wie sich die ganze Sache entwickelt. Naja, heute ist Lebensmüde-Tag, lassen wir es mal darauf ankommen. Die Spieler laufen auf den Platz, stellen sich auf, winken, lieb und knuddlig aussehen. Seitenwahl, Anpfiff. Plötzlich, ungewohnte Bewegung auf dem Sofa, ein Kopf schnellt hoch, das Tablet wird tatsächlich zur Seite gelegt. „Och, was hat der aber für tolle Schuhe an.“ Tolle Schuhe, hallo, Fußball?! Kopfschüttelnd ein Seitenblick meines Mannes, aber ohne Ton. Noch. Das kann heiter werden.

Die Schuhe des Spielers sind grün. Darauf wurden wir in 90 Minuten gefühlte 100 Mal hingewiesen und wie toll die Farbe zum Trikot passt. Aber nicht zu dem des Tormanns, nur das der Feldspieler. Dazwischen dann immer mal wieder Spielrelevante Fragen. Diese beginnen immer mit „Warum macht der das jetzt?“ Man antwortet einmal, vielleicht auf noch ein zweites Mal, aber dann… Ab einem gewissen Zeitpunkt spielt man mehrere Möglichkeiten durch, wie man besagtes Kind wieder in seine Katakomben komplimentieren kann. Aber heute hat sie sich in den Kopf gesetzt, dass sie Familienzeit haben möchte. Aber doch nicht zwischen 15:30 und 17:15 (Angaben ohne Nachspielzeit). Wir haben es durchgestanden, ohne irgendjemanden etwas zu tun. Schwer, aber machbar. Die Rache, die hat mein Mann ausgekostet. Noch an diesem Abend. Er hat sich zu ihr gesellt, als The Originals angefangen haben… Ich kann Ihnen sagen, diesen Spaß hätte man aufnehmen müssen…

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