Kategorie-Archiv: 2. Bundesliga

Ein Sammelbecken von 15 Vereinen, die zu höherem berufen sind und drei, die die Klasse gerne halten würden

Die Relegation 2016 Eintracht Frankfurt gegen 1. FC Nürnberg

Die Relegation 2016

Die Relegation ist gespielt. Eine Mannschaft jubelt eine ist am Boden zerstört. Wie jedes Mal. Dieses Mal etwas ungewöhnlich, daß der HSV nicht mitspielen durfte (mußte).  Was gibt es dieses Jahr über die Relegation zu erzählen? Eine Kette von Unzulänglichkeiten. Meiner Meinung nach, hat es weder die Eintracht aus Frankfurt noch der Club verdient nächste Saison Bundesliga zu spielen. Warum?

Zeitspiel

Das ekelhafte Zeitspiel der Frankfurter hat sie erst in die Situation gebracht die Relegation spielen zu müssen. Am 34. Spieltag
braucht Frankfurt nur einen Punkt gegen Werder Bremen. Das komplette Spiel war ein einziges Zeitspiel. Der Tormann brauchte zu lange, gefoulte Spieler schienen auf dem Platz elendig zu verenden. Doch es gibt einen Fußballgott. Kurz vor Schluß gelang Bremen ein Tor und schwups fehlte den Frankfurtern die Zeit, die sie vorher liegen gelassen haben. Freiwillig.

Man sollte meinen, daß eine intelligente (Noch-) Bundlesligamannschaft etwas dazu lernt. Nein, sobald das Tor gefallen ist, das vermeintlich reichen könnte die Relegation zu gewinnen, blieb nach jedem (JEDEM) Ball ein Frankfurter auf dem Boden liegen, um nach nicht erfolgtem Pfiff wie ein junges Reh aufzuspringen und seine Verletzung zu vergessen. Mehrere gelbe Karten wegen Zeitspiels. Wirklich eine erbärmliche Vorstellung.

A propos erbärmlich. Der 1. FC Nürnberg, der es tatsächlich geschafft hat in der 2. Bundesliga den dritten Platz zu belegen. Wie kann man in KO Spiele gehen ohne eine Idee ein Fußballspiel gestalten zu können. Es macht doch keinen Sinn sich zwei Spiele lang hinten rein zu stellen und zu hoffen, daß der Gegner den Ball ins eigene Tor schießt. Doch so kam es. Es dauerte bis zur 80. Minute im zweiten Spiel, bis die Nürnberger erstmals ernsthaft versucht haben Fußball zu spielen. Leider zu spät. Diese Mannschaft hat in der Bundesliga wirklich nichts verloren.

Heribert Bruchhagen

Der glücklichste Mensch auf dem Platz dürfte wirklich Heribert Bruchhagen sein. Nach 13 Jahren an der Spitze der Eintracht hat er sich entschieden zurückzutreten und in den Ruhestand zu gehen. Sein Lebenswerk in Frankfurt wäre mit dem Abstieg zerstört gewesen.

Danke für alles und viel Spaß in der Rente.

Marco Russ

spielte schwer krank das erste Relegationsspiel, bei dem ihm sogar ein Eigentor unterlief. Ihm alleine gönne ich, daß die Eintracht drin bleibt und wünsche ihm alles gute wieder gesund zu werden. Nur das zählt und das ist die wichtigste Lehre, die man aus diesen Relegationsspielen ziehen kann.

 

Der 1. Spieltag der 2. Bundesliga

Der 1. Spieltag der 2. Bundesliga ist gespielt

Der 1. Spieltag der 2. Bundesliga ist gespielt. Das Fazit lautet, der Ball rollt wieder. Ich möchte weder die Ergebnisse betrachten, noch über die Tabelle gehen, die zu diesem Zeitpunkt nichts, aber auch gar nichts aussagt.
Wichtig ist, der Ball ist wieder zwischen den Pfosten unterwegs. Was war es für eine lange Zeit in der wir unsere Entbehrungen versucht haben mit Frauenfußball oder Jugendturnieren zu lindern. Haben uns geärgert über die Titel, die uns verloren gegangen sind. Es hätte schlimmer kommen können. Unsere Frauen Nationalmannschaft hat Platz 4 erreicht, genauso wurde die U21 aus dem Turnier entfernt. Unsere U20 hat es nicht geschafft die Weltmacht Maili zu besiegen und ist im Viertelfinale der U20 WM ausgeschieden.
Aber schwamm drüber. Noch drei Wochen, dann startet wieder die Bundesliga. Dann hat das Leben wieder eine Ordnung. Man weiß wieder, daß die Haus- und Geländearbeiten am Samstag gegen 15:30 beendet sein müssen und irrt nicht mehr ziellos durch den Tag.

Bastian Schweinsteiger

Wir werden lernen, wie sich eine Bundesliga ohne Bastian Schweinsteiger anfühlt, der sich auf die Insel weggemacht hat um im Herbst seiner Karriere noch mal richtig Geld zu verdienen. Ich hätte zwar gedacht, daß man nach 17 Jahren Bayern seinen Sparstrumpf prall gefüllt hat aber im Land des Pay-TVs in dem der Tabellenletzte mehr Fernsehgeld bekommt als unser Meister, gibt es natürlich andere Dimensionen.

Weiterlesen

27. Spieltag der Fußball-Bundesliga – Was bisher geschah

Der 27, Spieltag der Fußball-Bundesliga war wohl die letzte Chance etwas Spannung um die deutsche Meisterschaft zu generieren.

Bei einem Sieg gegen  Bayern München, hätte der Vorsprung der Bayern auf den Tabellenzweiten Wolfsburg nur noch 7 Punkte betragen. Zwar wäre auch das nur eine theoretische Möglichkeit, da die Bayern in dieser Saison schier übermächtig sind, aber man hätte wenigstens etwas Spannung generieren können.

Das haben die Bayern jedoch souverän verhindert.

In einer Partie, die die Vorfreude nicht ganz gerechtfertigt hat, setzten sich die Münchner mit dem knappsten aller Ergebnisse durch und gewannen 1:0. Nicht übermotiviert, nicht überragend aber ausreichend um Dortmund auf Distanz zu halten.

 

Weiterlesen

Srdjan Lakic oder ein verlorener Sohn kehrt heim und geht wieder

Wenige Spieler haben beim 1. FC Kaiserslautern eine besser Bilanz als Srdjan Lakic. 80 Spiele, 35 Tore. Also fast in jedem zweiten Spiel ein Tor.

Man kann sagen, daß eine ganze Region schwarz trug, als er 2011 ablösefrei den FCK verließ um in der großen weiten Welt für Furore zu Sorgen und seine Karriere zu krönen. In Wolfsburg sollte sein Höhenflug beginnen.

Wie wir alle wissen, kam es anders. In der Zwischenzeit landete er also in Wolfsburg, in Hoffenheim und Frankfurt auf Leihbasis um dann genau vor einem Jahr, triumphal zum 1. FCK in die zweite Liga zurückzukehren. Der verlorene Sohn kehrt zurück und alle waren glücklich. Er kämpfte und rackerte für seine Mannschaft, wurde 2014 sogar Kapitän.

Es hat jedoch nie mehr so gut funktioniert wie 2010, damals jedoch in der Bundesliga. Es hat nicht gereicht um den FCK wieder in die 1. Liga zu führen. Seine Trefferquote konnte nicht mehr annähernd gehalten werden. Obwohl er sich bemühte, es sollte nicht sein. Anfang Januar sagte er noch im Kicker, er gehöre hier her (nach Kaiserslautern). Das nehme ich ihm ab. Was man ihm nie anlasten konnte war, er hätte sich nicht voll eingesetzt und alles versucht.

Warum ist er nun weg? Weil er, wie es bei Bundesligalegionären populär, sich einer neuen Aufgabe zuwenden will? Es noch mal wissen will? Eine neue Sprache lernen? Den Horizont erweitern?

Sicher nicht. All dies kann man überall. Aber nicht in Paderborn. Die mit Abstand am meisten unterschätzte Mannschaft der Bundesliga. Die sich wacker durch die Saison kämpft, wie das kleine gallische Dorf in den Asterix Heften.

Warum geht man also dort hin? Zu einer Mannschaft, die einen Flair ausstrahlt wie Castrop-Rauxel oder Wanne-Eikel?

Hier gibt es, meiner Meinung nach mehrere Gründe.

Der FCK setzt auf eine Verjüngung des Kaders. Auch Tobias Sippel, der schon ganze 26 Lenze auf dem Rücken hat muß gehen. Der Verein setzt auf eine total-Verjüngung. Mit anderen Worten, das Mainzer Modell. Junge Spieler heranführen und dann für eine anständige Ablösesumme verkaufen. So bleibt man jung!

Ein altes Koboldsgesetz lautet, daß man niemals zu seinem alten Arbeitgeber zurückgehen sollte, denn so schön wie früher wird es nie wieder. Oft erlebt, auch im echten Leben. Nicht nur in der Bundesliga.

Die Wahrheit ist wohl irgendwie in der Mitte. Mit den Ergebnissen kann auch Lakic nicht zufrieden sein. Am Ende der Saison konnte er ablösefrei gehen und der FCK konnte nur noch in dieser Woche eine Ablöse für seinen Vorzeigespieler kassieren. Hiermit wurden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ein sicher teurer Spieler wurde abgegeben und Geld für ihn kassiert.

Für die Verjüngung spricht, daß Simon Zoller als Ersatz bis zum Ende der Rückrunde verpflichtet wurde. Hier sehen wir wieder. Junger Spieler, für kleines Geld gekommen, für drei Millionen verkauft obwohl er noch nicht so weit war.

Jetzt kommt er zurück, die drei Millionen dürfen behalten werden und der junge Spieler ist trotzdem im Kader. Das paßt also.

Aber spannen wir noch mal den Bogen zurück zu Lakic.

Wird hier auf dem Rücken eines Spielers Geld verdient? Ich bin ja immer noch der Hoffnung, daß es irgendwo den einen Bundesliga Profi gibt, der mit Herzblut für seine Verein spielt, wie früher ein Fritz Walter oder Uwe Seeler. Zwei Fußball-Götter die immer nur für einen einzigen Verein gespielt haben. Gibt es diesen Spieler noch? Ich weiß es nicht. Bisher wurde ich, als Fan, immer enttäuscht, weil die bewunderten Spieler, für eine geringe Anzahl von Millionen, lieber für einen anderen Verein spielen wollten. Einen Verein der eben mehr zahlen wollte und konnte.

Dieses Mal ist es umgekehrt gelaufen. Der Verein wollte schnell etwas mehr Geld verdienen und das auf dem Rücken des Spielers.

Srdjan Lakic wird für Paderborn niemals so spielen und kämpfen wie für seinen FCK. Er wurde weggeschickt ohne gefragt zu werden. Von einem Verein, der sich sonst so bodenständig und traditionsreich gibt. Der eine Herzblut Kampagne ins Leben gerufen hatte.

Die Gesetzte des Geschäftes gelten also für beide Seiten. Für den Spieler, genauso wie für die Vereine, die zukünftig sicher leiser agieren sollten, wenn ein Spieler wegen des Geldes wechseln will, denn in der gleichen Situation, nehmen die Vereine auch lieber das schnelle Geld. Daher kein Mitleid mehr mit den Underdog-Vereinen, die jammern, weil ihnen die Spieler weglaufen um mehr zu verdienen. Sie sind selbst nicht besser.

Srdjan Lakic wünsche ich viel Glück bei seiner neuen Aufgabe. Ich wünsche ihm, daß er sich voll und ganz mit seinem neuen Team identifizieren kann um sich noch mal langfristig in der Bundesliga zu etablieren.